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Mobile & Wireless
Radikaler Sparkurs

Infineon bekommt neue Struktur - Stellenabbau nicht ausgeschlossen

02.07.2008 um 16:20 Uhr
Der neue Infineon-Chef Peter Bauer will den Halbleiterkonzern durch eine veränderte Firmenstruktur und einen radikalen Sparkurs aus der Krise führen.

Auch ein Stellenabbau sei nicht ausgeschlossen, sagte Bauer am Mittwoch in München. Eine Verlagerung der Werke Regensburg, Dresden und Villach in Österreich mit zusammen mehr als 6000 Beschäftigten in andere Länder sei aber nicht geplant. "Es gibt keine Absicht, im großen Stil Werke aus Europa zu verlagern", sagte er.

Durch Einsparungen bei den Materialkosten und eine effizientere Organisationsstruktur will Bauer die Kosten um einen dreistelligen Millionenbetrag senken. Dabei sei es aber das Ziel, so wenige Arbeitsplätze wie möglich zu streichen und einen Kahlschlag zu vermeiden. "Es ist kein Rasenmäher-Programm." Weltweit beschäftigt Infineon rund 43.000 Mitarbeiter.

Künftig soll sich das Infineon-Geschäft wieder auf fünf Säulen stützen: Automobil, Industrieelektronik, Sicherheitselektronik, Drahtgebunde Kommunikation und Drahtlos (Wireless). Zuletzt bestand das Geschäft aus den beiden großen Bereichen Auto/Industrie und Kommunikation. Die künftig wieder fünf Divisionen sollen direkt dem Vorstand unterstellt sein.

Bauer steht seit Anfang Juni an der Spitze des im DAX notierten Halbleiterkonzerns, nachdem sein Vorgänger Wolfgang Ziebart nach Auseinandersetzungen über die Firmenstrategie seinen Hut genommen hatte. Infineon kämpft vor allem wegen Verlusten seiner Speicherchiptochter Qimonda mit Problemen. Im zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres hatte der Konzern einen Rekordverlust von 1,37 Milliarden Euro verbucht. Bauer bekräftigte das Ziel, die Mehrheit an Qimonda abzugeben. "Wir wollen uns von Qimonda trennen."

Gleichzeitig prüfe Infineon aber auch alle anderen Optionen. Auch Zukäufe und Kooperationen seien möglich, sagte Bauer. In den vergangenen Wochen war unter anderem über eine Fusion mit dem niederländischen Konzern NXP oder der US-Firma Freescale spekuliert worden. Bauer ging nicht im Detail darauf ein. "Entscheidungen stehen derzeit aber nicht an." Infineon werde sich jedoch nicht um jeden Preis auf ein Abenteuer einlassen. "Die absolute Größe ist nicht entscheidend."



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