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Karriere & Gehalt
IT-Manager

"Schluss mit gescheiterten Projekten"

18.06.2008
Autor(en): Ines Brunner.
Der moderne CIO muss die Grenzen des Machbaren ausloten und auf Innovationen setzen, meint Mike Scott, Head of Innovation bei Tata Consultancy Services (TCS), in einem Gespräch mit der COMPUTERWOCHE.

CW: Wo sind heute die Brennpunkte in IT-Projekten?

Mike Scott, Tata:
Mike Scott, Tata: "Der CIO muss wissen, was die Konkurrenz macht."

SCOTT: In vielen Fällen sind die vorhandene IT-Infrastruktur und Systeme den Anforderungen nicht gewachsen. Das heißt, sie bringen oft nicht die angestrebte Arbeitserleichterung mit sich oder stellen den Mitarbeitern nicht die Daten zur Verfügung, die sie für eine effektive Arbeit benötigen. Deshalb werden laut dem Marktforschungsunternehmen Gartner in 50 bis 60 Prozent der IT-Projekte die ursprünglichen Ziele nicht erreicht. Im schlimmsten Fall kann der CIO Projekte über mehrere Millionen Euro nicht effektiv verfolgen.

CW: Wie kann der CIO diese Situation verbessern?

SCOTT : Zunächst muss sich viel an der allgemeinen Einstellung ändern. Dies wird angesichts einer aktuellen Studie deutlich, in der TCS 800 CIOs in Deutschland, Großbritannien, Schweden, Frankreich, den USA, Indien, Japan und Singapur befragte: Danach scheitert ein Drittel der IT-Projekte in Unternehmen. Der Grund dafür ist nicht technischer Natur. Oftmals betrachtet das Management das häufige Misslingen als notwendiges Übel, ja sogar als den Normalfall. Diese Einstellung fand sich mit 44 Prozent beziehungsweise 48 Prozent besonders häufig in Europa und Asien. Zu den besonders genannten Problemen zählten die Überschreitung des festgelegten Zeitrahmens (62 Prozent) und des vereinbarten Budgets (49 Prozent) von IT-Projekten. Aufgabe des CIO ist es, die Ansprüche an IT-Projekte innerhalb des gesamten Unternehmens hochzuschrauben und alles dafür zu tun, ihren Erfolg sicherzustellen.

CW: Was konkret sollte der CIO dem Management vermitteln?

SCOTT: TCS fordert Unternehmen dazu auf, ihre IT-Dienste und Outsourcing-Strategien gründlich zu überdenken. Unserer Meinung nach ist es die Aufgabe eines CIO, das Management zu beraten und dabei zu unterstützen, Partner zu finden, die den Wert ihrer Arbeit klar aufzeigen und eindeutige Kennzahlen präsentieren können, um den Nutzen der Investitionen zu veranschaulichen. Der CIO sollte dafür Sorge tragen, dass sein Unternehmen mit Partnern zusammenarbeitet, die wirklich dazu in der Lage sind, Projekte im Rahmen des vorgegebenen Zeit-, Kosten- und Leistungsplans zu bewältigen.

CW: Abgesehen von höheren Anforderungen an die Partner und strikteren Qualitätsvorgaben - was muss ein CIO intern tun, um die Geschäftsabläufe effizienter zu gestalten?

SCOTT: Für den CIO heißt es "Back to the basics". Dies gelingt am besten, wenn er einige wesentliche Regeln umsetzt: Der CIO muss den bestehenden Wust aus gescheiterten, abgebrochenen und doppelten IT-Projekten aus der Vergangenheit beseitigen. Für ihn ist es wichtig, sich auf das Hauptgeschäft und die bereits im Einsatz befindlichen Prozesse und Systeme zu konzentrieren, die für die Abwicklung benötigt werden. Dazu muss der CIO den aktuellen Bestand identifizieren, die Pläne des Unternehmens verstehen und beides miteinander in Einklang bringen.


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