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Existenzgründung

Hightech-Gründungen: Die Franken kommen

20.06.2008
Autor(en): Ines Brunner.
Trotz des Aufwärtstrends im Vergleich zu den Vorjahren liegt die Zahl der Gründungen unter dem Niveau von 1995. Das zeigt eine aktuelle Studie, die das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim zusammen mit Microsoft erarbeitet hat.

Die Zahl der Hightech-Gründungen stieg 2007 im Vergleich zum Vorjahr um vier Prozent auf insgesamt 19.200 Gründungen. Dies ist offenbar auf eine überdurchschnittlich gute Konjunktur in den Hightech-Industrien zurückzuführen. Branchenübergreifend gab es im vergangenen Jahr 426.000 Neugründungen.

Gegen den Abwärtstrend

Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim. (Quelle: ZEW)
Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim. (Quelle: ZEW)

"Die gute wirtschaftliche Lage in der Industrie, besonders in den Bereichen Maschinenbau oder Elektrotechnik, ist hier der Motor", erläutert Georg Licht, Leiter des Forschungsbereichs "Industrieökonomik und Internationale Unternehmensführung" beim ZEW. "Trotz der insgesamt positiven Entwicklung im Hightech-Sektor ist es für eine Entwarnung jedoch zu früh. Noch immer liegt die Zahl der Neugründungen unter dem Niveau von 1995. Um nachhaltige Impulse für die Gesamtwirtschaft zu erzielen, benötigt Deutschland auch eine Zunahme hochwertiger und schnell wachsender Startups, die sich mit innovativen Produkten und Technologien nicht nur auf dem deutschen Markt, sondern auch international durchsetzen."

Nürnberg steigt auf, Stuttgart ab

Bei der regionalen Entwicklung der Hightech-Gründungen liegt München nach den Studienergebnissen mit der höchsten Gründungsanzahl seit Jahren an der Spitze. Aufsteiger der vergangenen Jahre im Sektor Industrie ist die Region Nürnberg, die nach München auf Platz zwei landete. Als Gründe für diesen Aufstieg nennt Arne Hostrup, Geschäftsführer des Netzwerks Nordbayern, die engagierte Politik, die in der Metropolregion Nürnberg gute Rahmenbedingungen für Unternehmensansiedelungen schaffen will, und dass alle für Gründer relevanten Einrichtungen eng zusammenarbeiten. Darüber hinaus hätten die ausgeprägte Forschungs- und Hochschullandschaft und die Nähe zu großen Unternehmen positiven Einfluss auf die Gründungsintensität im Raum Nürnberg.

Aufsteiger im Bereich der Hightech-Dienstleistungen sind die Regionen Hamburg und Hannover, die drei beziehungsweise fünf Plätze nach oben kletterten. Zu den Absteigern in diesem und im industriellen Hightech-Bereich gehört die Region Stuttgart. Die Gründerregion hat in den vergangenen zehn Jahren stetig an Vorsprung verloren und ist jetzt fast auf den Bundesdurchschnitt zurückgefallen.

Frauen noch immer in der Minderzahl

Laut der Studie ist in Deutschland nur jeder zwölfte Hightech-Gründer eine Frau. Damit liegt der Anteil der Frauengründungen in den Hightech-Sektoren mit knapp acht Prozent deutlich unterhalb des Anteils in der Gesamtwirtschaft, der 16 Prozent beträgt. Von Frauen gegründete Unternehmen sind vor allem in den ersten Jahren durch ein nur moderates Umsatz- und Beschäftigungswachstum sowie eine stabile Unternehmensentwicklung geprägt.

Die Studie ergab, dass die Gründerinnen oft einen kaufmännischen Hintergrund haben und sich im Hightech-Sektor auf Dienstleistungen, seltener jedoch auf Industrie und Spitzentechnik, konzentrieren. "Vieles deutet darauf hin, dass sich Frauen innerhalb des Hightech-Sektors für weniger riskante, dadurch jedoch auch weniger ertragreiche und wachstumsträchtige Nischen entscheiden", erläutert ZEW-Forscher Licht.

Lesen Sie auch:

Existenzgründung: Warum Männer erfolgreicher sind

Gründerinnen haben es schwer

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