Vom CIO zum Chief Efficiency Officer (Serie CIO-Agenda 2007, Teil 1)
18.10.2006

Dreißig CIOs begaben sich für zweieinhalb Tage in Klausur und erarbeiteten ihre Agenda für das Jahr 2007. Dabei beschäftigten sie sich auch (selbst-) kritisch mit ihrer Rolle im Unternehmen.
Die Rolle des CIO
Dass die Frage nach der Stellung des IT-Chefs im Unternehmen Emotionen wecken würde, war allen Beteiligten dieser Arbeitsgruppe von Beginn an klar. IT-Organisationen und ihre Lenker hätten zunächst einmal allen Grund zu großem Selbstbewusstsein.
"Der CIO ist eine Führungskraft der Spitzenklasse", bilanzierte das Team in einem Thesenpapier und: "Jede Zeile der Ergebnisrechnung braucht als Enabler die IT." Nur die Informationstechnik könne aus Wissen Wert generieren, das Innovations-Management vorantreiben und Vorstandsent-scheidungen absichern.
Management-Guru Fredmund Malik hatte die CIOs in seinem Vortrag zu Beginn der Veranstaltung in dieser Haltung noch bestärkt: "Die IT-Leute bestimmen auf Gedeih und Verderb die Konkurrenzfähigkeit des Unternehmens", sagte der gebürtige Österreicher, und: "So wie die Natur Nervensys-teme entwickelt hat, wird die IT die Nervensysteme der Firmen schaffen."
CIOs diskutieren die Agenda 2007
Auf dem Syntegrations-Workshop "The CIO Beyond" in Zürich, veranstaltet vom Malik Management Zentrum St. Gallen und der COMPUTERWOCHE, diskutierten 30 Chief Information Officers (CIOs) über die Zukunft ihrer IT-Organisation. Zwei Tage lang erarbeiteten die IT-Manager aus Unternehmen unterschiedlicher Größe und Branchen gemeinsam ihre Agenda 2007. Wir haben die von den CIOs identifizierten Herausforderungen sowie ihre Handlungsempfehlungen zusammengefasst.
Sponsoren des Events waren Hewlett-Packard (Underwriter) und Hitachi Data Systems. Wir bedanken uns für die Unterstützung.
Doch in der Diskussion wurden auch Zweifel an der Rolle der internen IT-Organisation und der des CIO sichtbar. "IT ist ein notwendiges Übel und nicht sexy", beschrieben die Diskutanten das Standing ihrer Abteilung im Unternehmen. Oder: "Viele CIOs haben immer noch das Selbstverständnis, dass sie aus dem Keller kommen." Ist der CIO wirklich in einer Top-Management-Funktion, wie Malik behauptet hatte? "Strom und Wasser sind auch unverzichtbar, aber deswegen nicht mit Führungspositionen besetzt", zitierten die CIOs die Sicht mancher Vorstände.